Hiphopper “next level” sind für Deutsche Meisterschaft qualifiziert

Hiphopper “next level” waren in Ingolstadt erfolgreich – Auch jugendliche Flüchtlinge lernen jetzt im IPHB Breakdance

“next level” aus dem Buchener “Integrations- und Präventionsprojekt Hiphop-Breakdance” startete am vergangenen Wochenende bei den “Süd- und Westdeutschen Meisterschaften im Streetdance” in Ingolstadt mit einer Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften erfolgreich ins Wettbewerbsjahr 2016. Ihr Ziel: in Hannover den Titel “Deutscher Meister” zu verteidigen. Unser Foto zeigt v.l.: Alina Winterholler, Anastasia Tschernawin, Daniel Neu, Michelle Gruslak, Erika Ivanov und Michelle Walter.

“Was ist eigentlich das Erfolgsgeheimnis des IPHB Buchen?” So lautet die am häufigsten gestellte Frage an den Leiter des “Integrations- und Präventionsprojektes Hiphop-Breakdance” (IPHB) im TSV Buchen, Volker Schwender. Seine Antwort: im Grunde sei es kein Geheimnis, dass Erfolge sich nur einstellen, wenn man respektvoll miteinander umgehe, tänzerisches Talent mitbringe und beides kombiniere mit Pünktlichkeit, Trainingsdisziplin und einer projektinternen Anerkennungskultur für die Leistungen anderer.

 

Gekrönt werde der Erfolg dann mit der externen Anerkennung durch die Gesellschaft in Form von öffentlichen Auftritten, Teilnahmen an Wettbewerben, Öffentlichkeiutsarbeit, Sponsoring und Spenden.

 

Als das IPHB 1999 vor dem Hintergrund einer dramatischen Drogenkriminalität unter russlanddeutschen Jugendlichen in Buchen und Walldürn gegründet wurde, handelte man nach der Erkenntnis, dass nur Anerkennung der antrainierten Leistungen und gegenseitiger Respekt als zielführende Grundsätze die Eigendynamik freisetze könne, die sowohl Ehrgeiz als auch Leistungen steigere, die zum Erfolg führen könnte. So werde die Entwicklung eines Selbstwertgefühls ermöglicht, das Voraussetzung für Integrationsbereitschaft und schließlich für Integration sei. Gleichzeitig leiste man einen wertvollen Beitrag zur Prävention – so Schwender -, da man mit den Trainingseinheiten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbiete. War man in den ersten Jahren auf russlanddeutsche Jugendliche fokussiert, sprach man in den letzten Jahren generell Jugendliche mit Migrationshintergrund an.

 

Mit der Flüchtlingswelle kamen nun auch jugendliche Flüchtlinge in die Region und damit in das IPHB. Inzwischen habe man sehr gute Erfahrungen mit Syrern, Afghanen und einem Tunesier gemacht. Letzterer nehme sogar schon an Solo-Qualifikationen für die DM teil. Da Prävention ohne Integration kaum vorstellbar ist, habe man “zwei Fliegen mit einer Klappe” geschlagen.

 

Das große Interesse Jugendlicher im IPHB mitzumachen hat die Teilnehmerzahl inzwischen auf 56 Kinder und Jugendliche ansteigen lassen und zwei neue Projekte ermöglicht. Neben “ConneXion” und “next level” wurden die Gruppe “Zzyzx” (Aussprache: saiseks) und eine Mega-Crew gegründet. “Zzyzx” – der kuriose Name bezeichnet eine Highway-Ausfahrt zwischen Los Angeles und Las Vegas – besteht aus neun Kindern und Jugendlichen zwischen neun und 15 Jahren. Sie werden bereits am 19. März in Göppingen bei den Süddeutschen Meisterschaften im Rahmen der UDO (United Dance Organization) antreten.

 

Die Mega-Crew wurde Anfang Januar gegründet, ist noch namenlos und besteht aus 30 Kindern und Jugendlichen. Ihre Choreografierung ist im Aufbau und stellt für den Chef-Choreografen des IPHB, Kevin Sauer, eine besondere Herausforderung und reizvolle Aufgabe dar.

 

Ein ganz besonderes Highlight ist momentan in der organisatorischen Vorbereitung: ein Tanztheater. Unter der Bezeichnung “Breakdance meets Classic” oder “Rock bzw. Hiphop meets Classic” gab es schon berühmte und sehr erfolgreiche Experimente z.B. der “Flying Steps” mit “Flying Bach” oder der “KeraAmika”-Crew mit “Imagine”. “Mehr wollen wir noch nicht verraten”, so Schwender. Aber alles hängt von der finanziellen Förderung durch Sponsoren und Spender ab.

 

 

Original Story: http://www.rnz.de/nachrichten/buchen_artikel,-Hiphopper-next-level-sind-fuer-Deutsche-Meisterschaft-qualifiziert-_arid,172706.html#null